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Cash Kritiken KREISZEITUNG vom 30. August 2010 "Cash": Hohe Ansprüche erfüllt WEYHE • Der Start in die Theatersaison 2010/2011 ist dem Ensemble des Weyher Theaters mit der Premiere von "Cash" mehr als gelungen. Mit seiner bisher aufwändigsten und anspruchsvollsten Produktion hat das Haus bei so manchem Johnny-Cash-Fan hohe Erwartungen geweckt - und keinesfalls enttäuscht. Kay Kruppa als Cash und Karen Meyer-Vokrap als dessen zweite Ehefrau June Carter füllten ihre Rollen glänzend aus, versuchten nicht, die großen Vorbilder zu imitieren, sondern interpretierten sie. Die Akteure zeichneten die Lebensstationen des Weltstars mit all ihren Höhen und Tiefen nach: die schwierige Kindheit, die Anfänge des Songschreibens, das Scheitern im bürgerlichen Leben sowie der ersten Ehe und das endgültig Erwachen der Liebe zur Musik. In June Carter fand Cash die Liebe seines Lebens. Ausdauernd umwarb er diese Frau, bis June einer Heirat schließlich zustimmte. Mit dem Ruhm begann Johnnys Drogensucht, die zusammen mit seiner Unberechenbarkeit beiden das Leben schwer machte. June versuchte alles, um ihn von seinem Drogenkonsum abzubringen, was die Schauspieler eindringlich darstellten. Trotz seiner Probleme arbeitete Cash weiter. Bald verblasste sein Glanz, Cash begann an sich zu zweifeln. Bei einem Zusammentreffen mit dem Produzenten Rick Rubin (dargestellt von Frank Pinkus) gelang es diesem, Cash noch einmal zu motivieren und zu einem Comeback zu verhelfen. Doch das Schicksal wollte es anders. Cash wurde krank und June, die im Leben sein großer Halt war, starb. Eine Szene, die Kruppa und Meyer-Vokrap eindrucksvoll spielten. Man hatte im Forum eine Stecknadel fallen hören können, so sehr nahm diese Szene das Publikum gefangen. Gute zwei Stunden bekam es Unterhaltung der Spitzenklasse. Die Akteure spielten ihre Rollen professionell. Kruppa hat es geschafft, Cash gut darzustellen, sowohl in der Sprache als auch mit den Songs. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang der von dem Trio Sonja Bothmer, Beate Teichmann und Karen Meyer-Vokrap mehrstimmig vorgetragene Song "Ring of Fire", der unter die Haut ging und den Höhepunkt darstellte. Nicht zuletzt hatten die drei Musiker Kevin (Schlagzeug, Mundharmonika, Gitarre) sowie Patrick Kuhlmann (Gitarre) und Nils Barlsen (Kontrabass, Bassgitarre) einen gewichtigen Anteil an dem großen Erfolg des Musicals. Sie spielten die Begleitung mit nahezu authentischem Sound. Mit langanhaltendem, nicht enden wollenden Applaus zeigte das Publikum im ausverkauften Saal des Weyher Theaters seine Begeisterung und forderte immer weitere Zugaben. • Rosi Freyer WESER KURIER vom 30. August 2010 Keine Angst vorm Schwarzen Mann VON DAGMAR VOSS Weyhe. Ein mutiges Unterfangen, das vielschichtige Leben der Musikerlegende Johnny Cash auf die Bühne zu bringen. Das Ensemble des Weyher Theaters hat es unternommen - und die Begeisterung und stehenden Ovationen nach der Premiere am Freitagabend gaben ihnen recht. Mit dem biografischen Schauspiel 'Cash' läutete das - nach eigenen Angaben - erfolgreichste niedersächsische Privattheater die neue Spielzeit ein. Dass dabei erheblich weniger geredet als vielmehr gesungen wurde, tat der Sache ausgesprochen gut. Kay Kruppa und Frank Pinkus, beide erklärte Johnny-Cash-Fans, haben das Leben des großen Musikers in einen Theaterabend verwandelt, der in einzelnen Stationen das Schicksal Cashs nacherzählt: Seine Jugend auf den Baumwollfeldern des Vaters, seine Versuche, im Musik-Business Fuß zu fassen, seine ersten Erfolge und Tourneen, seine gescheiterte Ehe mit seiner ersten Frau und seine große Liebe zur Country-Sängerin June Carter. Seine Lebens- und Sinnkrise, die ihn in die Tabletten-Abhängigkeit führte, sein Neubeginn, sein Comeback mit den American Recordings von Produzent Rick Rubin - schließlich Junes und Johnnys Tod. 20 Welthits vom "Man in Black" Kaum glitt der Vorhang zur Seite, erklangen schon die ersten Takte der unverkennbaren Klangwelt des 'Man in black', des Mannes, der sich lange nur in schwarz kleidete. Durch eine minimale Bühnenkulisse, die mit wenigen Accessoires auf zwei Ebenen Bilder im Kopf entstehen ließ, entfaltete sich der Lebens-Bilderbogen. Im oberen Bereich auf der Bühnenbrücke lieferten drei Musiker - Patrick und Kevin Kuhlmann sowie Nils Barlsen - mit Gitarren, Schlagzeug, Harp, Klavier, E-Bass und Kontrabass den musikalischen Hintergrund zu den Songs. Gesungen wurden etwa 20 weltberühmte Lieder - nicht nur solche, die die Country-Legende Cash bekannt gemmacht haben. Der aus dem mittleren Westen der USA stammende Sänger ging unter anderem mit Elvis Presley und Bob Dylan auf Tour. Daher bekamen auch diese Musikgrößen im Bühnenstück Nebenrollen. Kay Kruppa spielte seine ganz eigene Interpretation dieses besonderen Lebens - eine begeisterte Zuschauerin meinte später: 'Kruppa ist Johnny Cash, einfach fantastisch!' Außer Kay Kruppa spielte und sang das achtköpfige Ensemble eine Vielzahl unterschiedlichster Rollen. Marc Gelhart war als junger Elvis Presley dabei, Hermes Schmid als Bob Dylan, Beate Teichmann als Cashs erste Frau Vivian, Sonja Bothmer als Johnnys Mutter, Thomas Kahle als Army-Stubenkumpel Pete und Frank Pinkus als Rick Rubin. Karen Meyer-Vokrap gab die einstmals bekannte Sängerin June Carter. Das Publikum erlebte die Darsteller auf diese Weise einmal mit Singstimmen, die sich durchaus hören lassen konnten. Außerdem hatte Kruppa extra für die Rolle Gitarre spielen gelernt, um einige der Songs selbst begleiten zu können. Diese Bühnenversion zeigt die ganze Bandbreite von Johnny Cashs Leben, von seiner Jugend bis zum Tod, zwischen Verzweiflung und Erfolg, innerem Frieden und äußerem Chaos - und ab und an auch komödiantisch. Die Hauptrolle spielte allerdings die Musik. Johnny Cashs Musik ist von der Art, die Generationen begeisterte und das bis heute tut. Seine Songs und seine Stimme haben die Pop- und Rockmusik nachhaltig geprägt, und spätestens seit seinem Comeback in den Neunzigern mit den 'American Recordings' und dem Film 'Walk the Line' mit Joaquin Phoenix und Reese Whitherspoon ist er ins Bewusstsein vieler Musikfans zurückgekehrt. Ob 'Ring of fire', ob später seine Interpretationen von 'Hurt' und 'If you could read my mind' - Johnny Cash hatte dank seiner Lebenserfahrung und mit seinen Inhalten etwas zu erzählen. Ob es nun daran lag, dass seine Songs immer etwas Besonderes waren oder eher an seiner einmaligen und unverwechselbaren Stimme mit dem Cash-typischen Timbre, lässt sich nicht so genau sagen. Wahrscheinlich von allem etwas und für jeden Hörer ein Quäntchen von noch etwas anderem. Dieses unwiderstehliche Etwas schimmerte am Freitagabend immer wieder durch. Bei vielen Liedern klatschte das Publikum mit, manch ein Zuschauer sang bei den weltbekannten Stücken leise mit. Schließlich endete der dritte Akt mit dem Tod von Johnny Cash - und zunächst gab es eher nachdenklichen Applaus. Jedoch: Zwischen den vielen letzen Vorhängen spielten und sangen die Ensemble-Mitglieder noch diverse Medleys der bekannten Songs - und eigentlich hätte man wohl noch erheblich länger so weitermachen können. Aber schließlich begleiteten die Klänge den Heimweg. Und manch einer summte noch einige Zeit nach Verlassen des Theaters die Melodie des 'Ring of fire'. Termine |