Nachdem ich mich hier versammelt habe...

Die tierisch satirische Heinz Erhardt-Revue
Bühneneinrichtung von Thorsten Hamer
Regie: Thorsten Hamer
Premiere: 20.01.16

Mit:
Thorsten Hamer
Nathalie Bretschneider
Marc Gelhart
Kevin Kuhlmann



Kritiken

WESER-REPORT vom 24. Januar 2016

Ganz nah am Original

Stehende Ovationen im Weyher Theater für Heinz-Erhardt-Revue

BRIGITTE BREUHAHN
Schauspieler Thorsten Hamer schlüpfte in die Rolle des Heinz Erhardt und sorgte beim Publikum sofort für Begeisterung.

WEYHE "Nachdem ich mich hier versammelt habe..." lautet der Titel der Heinz-Erhardt-Revue, die jetzt im Weyher Theater Premiere feierte. Und was für eine.

Aus der Zeit, als das Fernsehprogramm noch in schwarzweiß ausgestrahlt wurde und Comedians noch Komiker hießen, stammen die zahlreichen Sketche, Gedichte und der unvergleichliche Wortwitz eines der größten deutschen Talente in diesem Genre, Heinz Erhardt. Der 1979 verstorbene Künstler ist bis heute unvergessen, was Thorsten Hamer in seiner Revue eindrucksvoll unter Beweis stellte. Er schlüpfte in die Rolle Erhardts und unterhielt das Premierenpublikum zwei Stunden lang köstlich. Es gibt im Weyher Theater immer viel zu lachen, aber so anhaltend, so intensiv erlebt man es auch dort nicht alle Tage. Hamer muss die typischen schlaksig-schlenkernden Bewegungen, die unverwechselbare Mimik und Gestik Erhardts geradezu akribisch studiert haben, so nah kam er mit seiner Performance dem Original.

"Ich heiße nicht nur Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen" hieß es zu Beginn des Abends, dann begrüßte Hamer die Gäste in der ersten Reihe per Handschlag. Schlag auf Schlag folgten dann kurze Stücke wie "Der Specht", "Der Kuckuck", "Der Mundschmiss" (der eigentlich Maulwurf heißt), die Geschichten von Ritter Fips und vieles, vieles mehr. Unterstützt wurde Hamer von Nathalie Bretschneider und Marc Gelhart, die jeweils in verschiedene Rollen schlüpften und auch hin und wieder den Backgroundgesang übernahmen. Begleitet wurde die Revue von Kevin Kuhlmann am Klavier. Der natürlich - ebenso wie das Publikum - in die Szenenfolge mit eingebunden wurde: "Darf ich mal pianieren?"

Im Verlauf des Abends musste Hamermmer immer wieder kleine Pausen einlegen, da man ihn sonst vor lauter Lachen kaum verstanden hätte. Sein wohl bekanntestes Gedicht, "Die Made", die natürlich nichts mit „made in Germany" zu tun hat, rezitierten am Ende dann Komiker und Publikum gemeinsam, und als sich nach begeistertem Applaus und stehenden Ovationen der Vorhang zum letzten Mal schloss sah man kaum jemanden, der nicht immer noch ein Lächeln mit nach Hause nahm.


KREISZEITUNG vom 22. Januar 2016

Der einfühlsame Interpret

Stürmischer Applaus für eine "formidejble" Heinz-Erhardt-Revue

Von Hans-Jürgen Wachholz

KIRCHWEYHE • Volles Haus, und ein begeistert mitgehendes Publikum, das sich mit nicht enden wollendem Applaus für einen überaus gut gelungenen Abend bei Hauptdarsteller Thorsten Hamer und die ihn unterstützenden Mitglieder des Weyher Theaters bedankten. Das ist die Premieren-Bilanz der Heinz-Erhardt-Revue "Nachdem ich mich hier versammelt habe", die insgesamt zehn Mal auf dem aktuellen Spielplan steht.

Thorsten Hamer eilt der Ruf voraus, nicht nur einer der besten, sondern der beste Heinz-Erhardt-Interpret zu sein. Und er gehört zum Ensemble des Weyher Theaters. Somit liegt auf der Hand, dass die Theaterleitung die neue Popularität des in den 60er- und 70er- Jahren des vorigen Jahrhunderts gefeierten Meisters sinnvollen und hintersinnigen Unsinns sowie des geistreichen und doch allgemeinverständlichen Wortspiels zur Bereicherung ihres Spielplans nutzt. Selbst die am Premierenabend parallel laufende ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" mit dem RAF-Überfall von Groß-Mackenstedt als Thema konnte da keinen Strich durch die Rechnung machen.

Die schon etwas älteren Fans, die Heinz Erhardt nicht nur von TV-Wiederholungen von mehr oder weniger gelungenen Spielfilmen kennen, sondern selbst auf der Bühne erlebt haben, kamen nicht umhin, Hamer nicht nur höflichen Beifall, sondern Respekt und Anerkennung zu zollen. Der präsentierte sich nicht als Kopie von Heinz Erhardt, sondern als einfühlsamer Interpret und Darsteller mit erkennbarem Eigencharakter. Stimmlage und Sprechtechnik sowie Körpersprache hielten feine Distanz zum Original.

Dort wo Gegenparts erforderlich waren, von Nathalie Brettschneider und Marc Gelhart sowie Pianist Kevin Kuhlmann erfrischend und stilsicher unterstützt, brannte Hamer dann ein wahres Feuerwerk von Zwerchfell strapazierenden Gedichten, Sketchen und Liedern Erhardts ab. Dass diese auch ein halbes Jahrhundert nach ihrer Erstaufführung noch von hoher Aktualität sind, machten die zuweilen von Hamer elegant zu Personen oder Vorgängen der Gegenwart gespannte Brücken deutlich. Bei Klassikern aus Erhardts Repertoire verstand Hamer es trefflich, sein Publikum ganz im Stile Erhardts einzubeziehen und mitspielen zu lassen – bis hin zum gemeinschaftlichen Vortrag der Gedichte von der Made und ihrem Kinde sowie des Königs Erl. Dem "Fall des Groschen" nachhelfen musste er dafür bei der Zeitangabe "Sieben Uhr sechzig".

Mit Wortspielereien, hintersinnigen Gedichten und Liedern Erhardts lassen sich mehrere Abende gestalten. In Auswahl und Arrangement hat Hamer jedoch ein gutes Händchen bewiesen. Ritter Fips fehlt da so wenig, wie der vorgebliche Sketch "aus dem Hut", in dem nur Wörter benutzt werden, die mit G anfangen. Und auf das Klagelied eines untergebutterten Ehemannes folgt letztlich auch die gesungene Liebeserklärung an das "formidejble Fräulein Mejbel im mejbiliertem Zimmer unterm Gejbel". Und auch Wiederhörer hatten ihre Freude an der Begegnung mit der polyglotten Katze, der Sauerkraut schöpfenden Pechmarie oder den "Tauchenichten", der grässlichen Königstochter und dem regierenden Scheich von Hamudistan.

Wer gerne herzhaft über Wortspiele und intelligente Blödeleien lacht, sollte sich die Heinz-Erhardt-Revue des Weyher Theaters nicht entgehen lassen.


WESER KURIER vom 22. Januar 2016

WEYHER THEATER

Umjubelte Heinz-Erhardt-Revue

Weyhe. "Genial", "Fabelhaft" und "Gelungen" – Ausrufe wie diese waren oft zu hören während und nach der Premiere der Heinz-Erhardt-Revue von und mit Thorsten Hamer am Weyher Theater. Auf der Bühne durften natürlich viele der berühmten Sprüche des Kult-Komödianten nicht fehlen. Schon bei "Leihen Sie mir Ihr Ohr – Sie bekommen es am Ende der Vorstellung zurück." hatte Hamer die Lacher auf seiner Seite. Seite 3

Eine Hommage – nicht nur an die Made

Thorsten Hamer weckt mit seiner Heinz-Erhardt-Revue am Weyher Theater die Lachmuskeln aus dem Winterschlaf

VON FEMKE LIEBICH

Weyhe. Was haben die Komödianten Loriot und Heinz Erhardt gemeinsam? Sie haben nicht nur den Humor von ganzen Generationen geprägt, sondern sie erfreuen sich auch wenn sie bereits verstorben sind heutzutage noch einer großen Beliebtheit. Wie präsent ihr Werk weiterhin ist, zeigt sich allein schon im Weyher Theater. Dort feierte nach den erfolgreichen Vorstellungen von "Loriots dramatische Werke" am Mittwochabend die neue Heinz-Erhardt-Revue "Nachdem ich mich hier versammelt habe…" eine äußerst gelungene Premiere.

Bei der Inszenierung von und mit Ensemblemitglied Thorsten Hamer wurden nicht nur die unvergessenen Sprüche und Gedichte von Heinz Erhardt wieder mit Leben gefüllt, sondern zugleich die einzelnen Lachmuskeln des Publikums aus dem Winterschlaf geweckt. Dass sich unter den Theaterbesuchern eine Vielzahl an bekennenden Heinz-Erhardt-Fans befand, wurde bereits nach wenigen Minuten deutlich. Bei Sprüchen wie "Leihen Sie mir Ihr Ohr – Sie bekommen es am Ende der Vorstellung zurück." oder "Ich bin heute etwas zerstreut. Heute Morgen wollte ich husten und habe geniest." zeigten einige von ihnen gleich zu Beginn ihre Textsicherheit und sprachen prompt im Chor mit. Bei anderen kamen die Erinnerungen erst etwas später – dann jedoch begleitet von unaufhaltsamem Gelächter. Dieses Szenario zog sich wie ein roter Faden durch den zweistündigen kurzweiligen und äußerst unterhaltsamen Theaterabend.

Thorsten Hamer und Heinz Erhardt – diese Leidenschaft hat der Schauspieler, der erst im vergangenen Jahr zum Weyher Ensemble gestoßen ist, schon früh erkannt und mit der Zeit auf der Bühne immer weiter perfektioniert. Nach Aussage von Dramaturg Frank Pinkus zählt Hamer inzwischen zu den besten Heinz-Erhardt-Interpreten in Deutschland. Seine eigenen Programme spielt er seit neun Jahren deutschlandweit und hat diese bereits in weit über 100 Theatern präsentiert. Da lag es förmlich auf der Hand, dass auch das Weyher Theaterpublikum früher oder später in den Genuss des tierisch-satirischen Humors des Kult-Komödianten kommen würde.

Der unverkennbare Tanzschritt

Im Zuge der lebhaften Revue konnten sich die Premierenbesucher nun an den Gedichten, Sprüchen ("Frauen sind die Juwelen der Schöpfung. Man muss sie mit Fassung tragen.") und Szenen des berühmten Komikers erfreuen. Diese trug Thorsten Hamer – stilecht im schwarzen Anzug und mit der typischen runden Brille – tadellos und mit großer Spielfreude mit Unterstützung von Marc Gelhart und Nathalie Bretschneider sowie Kevin Kuhlmann am Klavier vor und trat dabei immer wieder in den Dialog mit dem Publikum. Es waren allerdings nicht nur die sprachlichen Inhalte, sondern zugleich die Gestik und Mimik des Parodisten, die immer wieder für großes Gelächter und Szenenapplaus sorgten. Der unverkennbare, etwas schüchterne und dennoch freudige Heinz-Erhardt-Tanzschritt waren dabei nur eines der Highlights auf der mit Plakaten und Bildern des berühmten Komödianten dekorierten Bühne.

Ob es die Tiergedichte vom Specht, dem Reh, dem Kuckuck oder der berühmten Made ("Hinter eines Baumes Rinde wohnte die Made mit dem Kinde…") waren, die musikalisch unterlegten Szenen aus Ehe ("Siehste wohl, du liebst mich nicht") oder die Reime von Ritter Fips von Fipsenstein" – Thorsten Hamer schaffte es im Laufe des Abends ohne Unterlass, sein Publikum zu unterhalten und zu begeistern. Jeder Satz, jede Anekdote und jeder Kommentar wurden dabei mit Beifall und Gelächter honoriert.

Am Ende der Vorstellung setzte sich diese Begeisterung zunächst in lauten Ausrufen wie "Genial", "Fabelhaft" und "Gelungen" sowie mit anhaltenden stehenden Ovationen fort. Und wieder einmal ist es den Verantwortlichen des Weyher Theaters gelungen, dass die Besucher am Ende glücklich und mit einem Lächeln im Gesicht das Schauspielhaus verließen.

Aufgrund der großen Nachfrage sind schon jetzt Zusatztermine im Verkauf. "Nachdem ich mich hier versammelt habe…" ist noch bis Montag, 25. Januar, und dann wieder am Montag, 29. Februar, und Dienstag, 1. März, jeweils um 20 Uhr sowie am Freitag, 11. März und Sonnabend, 12. März um 17 Uhr im Weyher Theater zu sehen. Karten gibt es an der Theaterkasse und online unter www.weyhertheater.de.


Termine

01. Mittwoch, 20.01.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
02. Donnerstag, 21.01.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
03. Freitag, 22.01.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
04. Samstag, 23.01.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
05. Sonntag, 24.01.2016, 15.00 Uhr, Weyher Theater
06. Sonntag, 24.01.2016, 18.00 Uhr, Weyher Theater
07. Montag, 25.01.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater

08. Montag, 29.02.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater

09. Dienstag, 01.03.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
10. Freitag, 11.03.2016, 17.00 Uhr, Weyher Theater
11. Samstag, 12.03.2016, 17.00 Uhr, Weyher Theater
12. Dienstag, 29.03.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
13. Mittwoch, 30.03.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
14. Donnerstag, 31.03.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
15. Freitag, 01.04.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
16. Samstag, 02.04.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater

17. Montag, 08.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
18. Dienstag, 09.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
19. Mittwoch, 10.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
20. Donnerstag, 11.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
21. Freitag, 12.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
22. Samstag, 13.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater
23. Sonntag, 14.08.2016, 15.00 Uhr, Weyher Theater
24. Sonntag, 14.08.2016, 18.00 Uhr, Weyher Theater
25. Montag, 15.08.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater

26. Dienstag, 20.09.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater

27. Montag, 17.10.2016, 20.00 Uhr, Weyher Theater

28. Mittwoch, 18.01.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
29. Donnerstag 19.01.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
30. Freitag, 20.01.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
31. Samstag, 21.01.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
32. Sonntag, 22.01.207, 15.00 Uhr, Weyher Theater
33. Sonntag, 22.01.2017, 18.00 Uhr, Weyher Theater
34. Montag, 23.01.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater

35. Montag, 27.03.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
36. Dienstag, 28.03.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater

37. Montag, 16.10.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
38. Dienstag, 17.10.2017, 20.00 Uhr, Weyher Theater
39. Dienstag, 24.10.2017, 17.00 Uhr, Weyher Theater (geschlossene Vorstellung!)



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