Geld stinkt nicht (Funny Money)

Komödie von Ray Cooney
Regie: Kay Kruppa
Premiere: 01.02.19 (Voraufführung 30.+31.01.19)

Jean Perkins
- Heidi Jürgens
Henry Perkins,
ihr Mann - Kay Kruppa
Bill,
Taxifahrer - Marc Gelhart
Davenport,
Sergeant - Hermes Schmid
Slater,
Sergeant - Joachim Börker
Betty Johnson
- Antje K. Klattenhoff
Vic Johnson
- Thorsten Hamer


Kritiken

SONNTAGS-TIPP vom 03. Februar 2019

Ausreden, Lügen und jede Menge Chaos

› „Geld stinkt nicht“ feierte fulminante Premiere in Weyhe

WEYHE > Es ist eine altbekannte Ausgangssituation von Krimis oder Krimikomödien: Jemand findet einen Koffer voller Geld. Viel Geld. Was nun? Auch der englische Komödienautor Ray Cooney geht solch einem Fall in einem seiner gewohnt turbulenten Stücke nach. Das Weyher Theater bringt „Funny Money“ jetzt als „Geld stinkt nicht“ auf die Bühne und schöpft nach „Außer Kontrolle“ einmal mehr aus dem Vollen der absurden Cooney-Komik. Was zunächst nach scheinbar schon oft gesehenem Szenario klingt, entpuppt sich schnell als aberwitzige, schräge, absolut rasante Tour de Farce, bei der sowohl Protagonisten als auch Zuschauer schon sehr bald kaum mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Kay Kruppa, der auch die Hauptrolle übernimmt, inszeniert „Geld stinkt nicht“ als zweistündiges furioses Komödienfeuerwerk, in dem sich die Figuren immer mehr in Irrungen, Wirrungen und jeder Menge Chaos verstricken. Klar, dass das wieder ein hervorragendes Timing und bestens aufgelegte Schauspieler erfordert – ein Heimspiel also für das Ensemble des Wey- her Theaters, das bereits bei der fulminanten Premiere am Freitag zu Höchstform aufgelaufen ist und das Publikum Tränen lachen ließ.

Henry (Kay Kruppa) kommt viel zu spät nach Hause und das, obwohl er doch Geburtstag hat und Ehefrau Jean (Heidi Jürgens) bereits ungeduldig auf ihren Gatten wartet. Schließlich ist eine nette Geburtstagsparty geplant mit ihren Freunden Vic (Thorsten Hamer) und Becky (Antje K. Klattenhoff). Aber Henry hatte einen guten Grund für seine Verspätung, hat er doch seinen Aktenkoffer verwechselt und ist plötzlich im Besitz von drei Millionen Pfund. Nachdem er es dreimal schweißgebadet auf der Toilette in seinem Lieblingspub zählen musste, ist ihm klar: Das Geld kann nur aus krummen Geschäften stammen. Damit er nicht von irgendwelchen Ganoven verfolgt wird, bleibt nur eine Lösung: ab ins Ausland und ein neues Leben beginnen. So bucht er noch am gleichen Abend einen Flug für Jean und sich nach Barcelona, doch seine Frau ist von den Plänen alles andere als begeistert. Schließlich steht nicht nur Sergeant Davenport (Hermes Schmid) vor der Tür, der Henrys merkwürdiges Verhalten im Pub beobachtet hat und ihn übler Dinge verdächtigt, auch Vic und Becky tauchen auf, die Jean schnell in alles einweiht. Es entspinnt sich ein schier undurchschaubares Wirrwarr an Ausreden, neuen Identitäten, chaotischen Lügengeschichten und Missverständnissen, in dessen Strudel irgendwann sogar ein weiterer Polizist (Joachim Börker) Jean die Nachricht vom Tod ihres Mannes überbringt. Und dann ist da auch noch Taxifahrer Bill (Marc Gelhart), der nicht so ganz weiß, wen er denn jetzt zum Flughafen fahren soll...

Vor diesem Ensemble lässt sich einmal mehr nur den Hut ziehen. Mit was für einer spritzigen Spielfreude die Darsteller perfekt abgestimmt über die Bühne wirbeln und die immer verzwicktere Geschichte meistern, das lässt den Funken von der ersten Minute an auf die Zuschauer überspringen. Dabei ist es vor allem die grandiose Heidi Jürgens, die von der zunächst noch mäßig nervösen Ehefrau zum verzweifelten Schluckspecht mutiert, an deren Schauspiel man sich kaum sattsehen kann. Gerade im Zusammenspiel mit Kay Kruppa ergibt sich hier ein absolutes Dreamteam an der Spitze einer erstklassigen Komödientruppe. Da stinkt wahrlich ganz und gar nichts.

Das Weyher Theater führt „Geld stinkt nicht“ noch bis zum 23. März auf, einschließlich vier bereits bekannt gegebener Zusatztermine. Mehr Informationen und Tickets unter www.weyhertheater.de. Für die Vorstellung am 27. Februar bekommen Abonnenten der Kreiszeitung zwei Euro Rabatt je Karte. Britta Buntemeyer ‹


KREISZEITUNG vom 04. Februar 2019

Zwei Stunden furiose Theater-Action

„Geld stinkt nicht“ feiert in Weyhe Premiere / Ensemble überzeugt auf ganzer Linie

VON REGINE SULING

WEYHE
- Wenn man unverhofft zu sehr viel Geld kommt, macht das das Leben nicht unbedingt leichter. Diese Erfahrung macht Henry Perkins (Kay Kruppa) in der neuen Produktion „Geld stinkt nicht“ (Original: Funny Money), deren Premiere das Weyher Theater am Freitagabend feierte. Mit großem Erfolg - knapp zwei Stunden lang sorgten die Akteure für Spaß und furiose Action auf der Bühne und für jede Menge Lacher im Publikum. Keine Frage: Mit der Komödie von Ray Cooney, die Kay Kruppa für das Weyher Ensemble vortrefflich inszenierte, ist dem Theater wieder ein Coup gelungen: Schon vor der umjubelten Premiere wurden weitere Zusatzvorstellungen angesetzt.

Darum geht es: Der biedere Angestellte Henry Perkins kommt durch eine Verwechslung in den Besitz eines Koffers, der mit drei Millionen Pfund gefüllt ist. „Was ist das denn?“, kreischt seine Frau Jean (Heidi Jürgens) beim Anblick der Banknoten. „Ein verdammtes Vermögen“, grinst Henry. Zuvor hat er in einem Pub gesessen, Whiskey getrunken, das Geld immer wieder auf dem Klo gezählt und entschieden: Er will die ganz sicher aus dunklen Geschäften stammenden Moneten behalten, England den Rücken kehren und mit seiner Frau spontan nach Barcelona fliegen.

„Als kleiner Langweiler hast du mir besser gefallen“, jammert die und ist gar nicht so begeistert von den neuen Lebensplänen ihres Gatten, der eigentlich seinen Geburtstag feiern will, mit den Freunden Vic (Thorsten Hamer) und Betty (Antje K. Klattenhoff). Doch bevor die vor der Tür stehen, kommt Sergeant Davenport (Hermes Schmid), dem Henrys seltsames Verhalten im Pub aufgefallen war. „Ich hab‘ gestanden“, sagt Henry, perfekt von Kay Kruppa in Szene gesetzt, nach dem Gespräch mit dem Polizisten, der ihn der sexuellen Belästigung von Männern bezichtigt, gegen die Zahlung von 25?000 Pfund aber gerne beide Augen zudrückt.

Wenig später erscheint der nächste Ordnungshüter, Sergeant Slater (Joachim Börker), mit einer traurigen Nachricht für Jean: „Wir haben Grund zu der Annahme, dass Mr. Perkins tot ist“, erklärt er und zeigt ihr den Aktenkoffer ihres Mannes, den man bei einer in der Themse versenkten Leiche fand. Jetzt nimmt das Verwirrspiel seinen gnadenlosen Lauf - und es ist den Akteuren hoch anzurechnen, dass sie stets den Überblick behalten, wer gerade in welche Rolle geschlüpft ist.

Aus Henry wird Freddy, denn Henry liegt ja eigentlich tot im Leichenschauhaus. Vic und Betty, die nur zum Essen gekommen waren, werden zu Adelaide und Percy, Jeans Verwandtschaft aus Australien, für die das draußen wartende Taxi bestimmt ist, das ja eigentlich Henry und Jean zum Flughafen bringen soll. Während Betty größtes Vergnügen an diesem aufregenden Abend entwickelt, stöhnt der biedere Vic: „Ich wünschte, ich wäre heute Morgen im Bett geblieben.“

Heidi Jürgens brilliert als Jean und entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit von der aufgeregten und überkorrekten Haus- und Ehefrau zu einem Menschen, der aufgrund der ungewöhnlichen Umstände in seinem sonst so ruhigen Heim nur zu gerne dem Alkohol zuspricht. „Jean, du hast noch nie getrunken“, wundert sich Henry. „Aber ich fange jetzt damit an“, erwidert sie.

Auch Taxifahrer Bill (Marc Gelhart) trägt seinen Teil dazu bei, dass die Verwirrung komplett wird. Derweil landet der Geldkoffer immer wieder bei Sergeant Slater. Wie das Geld dann am Ende doch in die richtigen Hände gelangt, zeigt das perfekt besetzte Ensemble in den nächsten Wochen bei zahlreichen Vorstellungen. Mit „Geld stinkt nicht“ wird das Weyher Theater seinem Ruf für Stücke, die den Lachnerv des Publikums treffen, vollauf gerecht: Die Komödie ist kurzweilig, witzig, bietet lustige Dialoge - und Akteure, die ganz offenkundig für ihr Leben auf der Bühne brennen.


WESER KURIER vom 04. Februar 2019

Endlich Millionär

Weyher Theater: "Funny Money" schafft Zuschauer und Darsteller gleichermaßen

VON ANKE BAYER-THIEMIG

Weyhe-Kirchweyhe. Einen überaus vergnüglichen Freitagabend hat das Weyher Theater den Premierengästen mit der Komödie „Funny Money – Geld stinkt nicht“ beschert. Um es vorweg zu nehmen: Wer sich zwei Stunden lang am laufenden Band amüsieren möchte, sollte sich dieses Spektakel mit hintergründigem Humor nicht entgehen lassen. Führte doch das siebenköpfige Ensemble vor, dass nicht nur große Bühnen die britischen Verwirrspiele für sich gepachtet haben. Denn „Funny Money“ ist eine typische Farce aus der Feder des britischen Autors Ray Cooney, der bei der Uraufführung in London im Jahre 1994 auch selbst Regie führte und in der Rolle des Henry Perkins auf der Bühne stand.

Die Geschichte des witzigen Schlagabtausches ist schnell erzählt und wurde in der Inszenierung von Kay Kruppa gekonnt in Szene gesetzt: Ausgangspunkt für ein sich rasant entwickelndes Lügengespinst war die Verwechslung eines Aktenkoffers. „Ein verdammtes Vermögen“, rief Henry Perkins (Kay Kruppa) seiner Frau Jean (Heidi Jürgens) zu, doch der war die Sache mit den drei Millionen Pfund eher unheimlich.

Ungeachtet der Tatsache, dass Perkins Geburtstag hatte und die Freunde Betty (Antje K. Klattenhoff) und Vic (Thorsten Hamer) zum Abendessen erwartet wurden, sollte sofort verreist werden. Schließlich könnte es ja sein, dass der Unbekannte – mit dem er versehentlich den Aktenkoffer in der U-Bahn tauschte – seine Millionen zurück haben wollte.

Aber Jean weigerte sich mitzukommen. Es war sowieso zu spät, denn schon tauchte Sergeant Davenport (Hermes Schmid) auf, der sich nicht nur in polizeilicher Recherche wegen sexueller Belästigung befand, sondern seine eigenen Geschäfte bis zur Erpressung verfolgte.

Und es kam auch noch Sergeant Slater (Joachim Börker) hinzu. Dieser hatte einen Toten aus der Themse gefischt und anhand der Papiere in dessen Aktenkoffer als Henry Perkins identifiziert. Zwischendurch erschien zudem ein nerviger Taxifahrer (Marc Gelhart), der die Welt nicht mehr verstand und eigentlich nur zum Flughafen fahren wollte. Als dann noch ein mysteriöser Mr. Big als „Oktenkof“ am Telefon auftauchte, war das Chaos perfekt.

Genügend Stoff, um Biedermänner zu Abenteurern mit krimineller Energie werden zu lassen, die sich in immer neueren Lügengeschichten verhedderten. „Als Langweiler hast du mir besser gefallen“ war ebenso zu vernehmen wie „das ist der glücklichste Tag in meinem Leben“.

Einmal mehr zeigt Cooney in seinem Werk, dass Gier auch vor Freundschaft nicht Halt macht – ein wertloses Auto wurde für 7500 Pfund verkauft – und plötzlicher Reichtum zu leichtsinniger Verschwendung führt. Das flotte Ping-Pong-Spiel aus dubiosen Verstrickungen, ideenreichen Ausflüchten, verhängnisvollen Konstellationen und geistreichen Bemerkungen, bei denen die Protagonisten im atemberaubenden Tempo von einer Notlüge und von einer absurden Situation in die nächste trieben, kam bei den Premierengästen gut an, denn einige von ihnen kamen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus.

Eine andere Hauptrolle spielte auch der Koffer, beziehungsweise zwei von diesen, natürlich gleich aussehend. Und die waren für die Schauspieler eine zusätzliche Herausforderung. Das schwarze Gepäckstück wurde im zweiten Akt nämlich ständig verwechselt. Dabei war sicherlich gewollt, dass auch das Publikum das Verwirrspiel mitmachte und wie beim Beobachten eines Hütchenspielers aufpasste, wer denn nun gerade mit dem Koffer voller Geld unterwegs war.

Am Ende des Abends waren die Besucher im ausverkauften Schauspielhaus fast so erledigt wie die Darsteller selbst. Und vor allem begeistert von den komödiantischen Leistungen der Schauspieler, die allesamt gleich beeindruckend waren


Termine

01. Mittwoch, 30.01.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater - Voraufführung
02. Donnerstag, 31.01.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater - Voraufführung

03. Freitag, 01.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
04. Samstag, 02.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
05. Sonntag, 03.02.2019, 15.00 Uhr, Weyher Theater
06. Mittwoch, 06.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
07. Donnerstag, 07.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
08. Freitag, 08.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
09. Samstag, 09.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
10. Sonntag, 10.02.2019, 15.00 Uhr, Weyher Theater
11. Sonntag, 10.02.2019, 18.00 Uhr, Weyher Theater
12. Mittwoch, 13.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
13. Donnerstag, 14.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
14. Freitag, 15.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
15. Samstag, 16.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
16. Sonntag, 17.02.2019, 15.00 Uhr, Weyher Theater
17. Sonntag, 17.02.2019, 18.00 Uhr, Weyher Theater
18. Mittwoch, 20.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
19. Donnerstag, 21.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
20. Freitag, 22.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
21. Samstag, 23.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
22. Sonntag, 24.02.2019, 15.00 Uhr, Weyher Theater
23. Sonntag, 24.02.2019, 18.00 Uhr, Weyher Theater
24. Mittwoch, 27.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
25. Donnerstag, 28.02.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater

26. Freitag, 01.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
27. Samstag, 02.03.2019, 17.00 Uhr, Weyher Theater
28. Sonntag, 03.03.2019, 15.00 Uhr, Weyher Theater
29. Sonntag, 03.03.2019, 18.00 Uhr, Weyher Theater
30. Mittwoch, 06.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
31. Donnerstag, 07.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
32. Freitag, 08.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
33. Samstag, 09.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
34. Sonntag, 10.03.2019, 15.00 Uhr, Weyher Theater
35. Sonntag, 10.03.2019, 18.00 Uhr, Weyher Theater
36. Mittwoch, 13.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
37. Donnerstag, 14.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
38. Freitag, 15.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
39. Samstag, 16.03.2019, 17.00 Uhr, Weyher Theater
40. Sonntag, 17.03.2019, 18.00 Uhr, Weyher Theater
41. Mittwoch, 20.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
42. Donnerstag, 21.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
43. Freitag, 22.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater
44. Samstag, 23.03.2019, 20.00 Uhr, Weyher Theater



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